Ein inszenierter Spaziergang nach dem gleichnamigen Roman Drüben und Drüben

von David Wagner und Jochen Schmidt.


In der Kindheit liegen die Wurzeln unserer Persönlichkeit, sie prägt uns und ist somit der Ursprung unserer Identität. In welchem familiären oder sozialen Umfeld wir aufwachsen, beeinflusst auch unsere Zukunft. Unsere Kindheitserinnerungen, Kindheitshelden und Kinderträume der Zukunft sind immer mit bestimmten Orten verbunden: die Stadt, das Dorf, das Viertel, die Wohnung, das Haus, der Hof, das unbekannte Stück Land hinter dem Haus, das Wohnzimmer, die Küche und natürlich das eigene Kinderzimmer.

In dem Wenderoman Drüben und Drüben beschreiben zwei Autoren ihre eigenen Kindheiten anhand dieser Orte, die sich auf den ersten Blick zu ähneln scheinen. Die politische Trennung in Ost- und Westdeutschland aber macht auf den zweiten Blick einen großen Unterschied. Wie nah und fern zugleich die Lebenswelten sein können und wie die deutsch-deutschen Parallelgesellschaften die Kindheit prägten, ist der Ausgangspunkt für dieses Inszenierungsprojekt. Inspiriert durch die Beschreibungen der Kindheitsräume aus dem Roman inszeniert das Mannheimer Stadtensemble dreißig Jahre nach dem Mauerfall Räume der Kindheit in der Mannheimer Neckarstadt – Ost und West...


[...] buchstäblich in Mauerresten.

Noch nie wurden die Kunst-am-Bau-Treppen, Ziermäuerchen, Kübel-Rampen und
Klinker-Podeste so stadtraumwirksam bespielt. Dafür verantwortlich
zeichnet einmal mehr die szenografische Ausnahmebegabung Sophie
Lichtenberg, die den goldenen Blick für theatrale Unorte, beklemmende
Sichtachsen und räumliche Arrangements hat. Der Ort spielt mit.
(Mannheimer Morgen)


DRÜBEN & DRÜBEN


KÜNSTLERISCHE LEITUNG Beata Anna Schmutz

INSZENIERUNGSTEXTE Lea Langenfelder

BÜHNE Sophie Lichtenberg

KOSTÜM Melanie Riester

LICHT Björn Klaassen

VIDEO Hanna Green

MUSIK Jan Hertel

ORGANISATION Charlotte Arens

DRAMATURGIE Sascha Hargesheimer

FOTO Christian Kleiner


Nationaltheater Mannheim, November 2019.


Foto: Christian Kleiner