Das Projekt Preenacting Reenactments untersucht die Wirkmechanismen der Immersion im nicht-künstlerischen Kontext der Bundeswehr. Es befragt die Simulationen auf ihren genauen Entstehungskontext: Wer sind die beteiligten Akteur:innen, wie werden die Übungen organisiert, und wo liegen ihre Grenzen? Darüber hinaus untersucht Preenacting Reenactments die Macht der Fiktion: Beeinflussen immersive Trainingsformate, die sich als Spiele mit starkem Wirklichkeitsbezug präsentieren, die Realität? Können Simulationen im nicht-künstlerischen Kontext als Vorboten einer nahen Realität begriffen werden, die sich erst durch das Durchspielen in immersiven Trainingsformaten zur kalkulierbaren Möglichkeit der Zukunft erhebt?

Den Fokus zur Auseinandersetzung mit diesem durchaus weiten Fragenkomplex setzt Preenacting Reenactments speziell auf das Training für Journalist:innen. Die Berichterstatter:innen kommen im Zuge ihrer Ausbildung in Hammelburg häufig zum ersten Mal mit der Bundeswehr und einem nicht-medialen Bild von Krieg in Berührung, was der Frage nach der Macht der Immersion eine besondere Relevanz verleiht: Beeinflusst die Inszenierung des VN-Ausbildungszentrums die Kriegs- und Krisenwahrnehmung einzelner JournalistInnen und wenn ja, in welchem Ausmaß? Sind immersive Formate, ob ihres empathischen Potenzials, vielleicht ein besonders geeignetes Mittel, um Wissen über Krise und Krieg zu vermitteln, um Mitgefühl in Menschen zu wecken?


Diesen vielschichtigen Fragenkomplex hat Preenacting Reenactments in achtzehn Interviews umkreist: Gesprächspartner waren unter anderem Soldat:innen in darstellender Funktion, Mitarbeiter*innen des VN-Ausbildungszentrums Hammelburg, ein Mitarbeiter des Bundesministeriums für Verteidigung, Journalist:innen, Medienschaffende und Künstler:innen. Einzelne Interviewausschnitte wurden auf einem Projektblog in einen interdisziplinären Dialog mit Positionen aus Philosophie und
Wissenschaft gesetzt. Die ausführliche Projektrecherche beinhaltete außerdem einen Besuch im VN-Ausbildungszentrum, in dessen Zuge das Training für Journalist:innen begleitet wurde. Das daraus entstandene Arbeitsbuch dokumentiert die gesamte Recherche zu Preenacting Reenactments, ergänzt sie um künstlerische Texte der Autorin Lea Langenfelder und kann zudem als ein weiterer Teil der Ausstellung betrachtet werden.

PREENACTING REENACTMENTS (PUBLIKATION)


HERAUSGEBERINNEN KONZEPT

Lea Langenfelder & Sophie Lichtenberg
TEXT Lea Langenfelder
GESTALTUNG Xenia Fastnacht
ÜBERSETZUNG ENGLISCH Sarah-Lina Mantler
TRANSKRIPTION Ila Mägdefrau
LEKTORAT KORREKTUR

Sophia Mara Buck, Carla Reitter, Saskia Sturm


Foto: Michael Mührling