Ein Fanshop in Mannheim: Es empfängt Sie eine Frau, eine Verkäuferin. Sie eröffnet das Gespräch, führt sie durch die Räume, bewirbt ihre Produkte. Jeder Gegenstand erzählt eine Geschichte. Der Name der Frau ist Olympe. Olympe ist mehr als eine Angestellte: Olympe ist Sportlerin, Olympe sprintet, ist eine Geflüchtete. Olympe ist eine Marke. Im Wechsel von Selbst- und Fremdbestimmung verkörpert sie verschiedene Narrative, die sie in ihrem Kultort gefangen halten oder ihr Freiheit bringen. 


Langenfelder & Lichtenberg inszenieren mit FANSHOP eine bespielte, immersive Rauminstallation im Stadtraum. Im Zentrum steht dabei die Frage nach den Zu- und Eingriffsmöglichkeiten eines totalitären Staates in und auf den privaten reproduktionsfähigen Körper. Schwerpunkt der vorausgegangen Langzeitrecherche war die exemplarische Auseinandersetzung mit dem Mythos des Schwangerschaftsdopings. Dieser besagt, dass Sportlerinnen in der Vergangenheit zwecks Leistungssteigerung zu Wettkämpfen schwanger angetreten seien. Das Duo verfolgt in Zusammenarbeit mit assoziierten Künstler:innen diesen Mythos in einem fiktiven Gedankenexperiment weiter, untersucht ihn im Spannungsfeld zwischen Unterwerfung und Selbstermächtigung und stellt ihm die biografische Erzählung einer Flucht beiseite. Beide Geschichten eint das Freiheitsstreben ihrer Protagonistinnen und eine Schwangerschaft.


KINDER DER OLYMPE - FANSHOP


KONZEPT, SZENOGRAFIE, REGIE & TEXT Langenfelder & Lichtenberg

PERFORMANCE Jasmin Schädler

MODE- UND PRODUKTDESIGN Saskia Juliane Kummle

FOTO UND VIDEO Timothée Deliah Spiegelbach

SOUND Friedrich Byusa Blam

DRAMATURGIE Christina Bauernfeind

PRODUKTIONSLEITUNG Leoni Awischus

PROJEKTASSISTENZ Ricarda Walter


Triggerwarnung: FANSHOP beschäftigt sich stellenweise mit Schwangerschaftsabbrüchen und Missbrauch.


Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und aus Mitteln des Kulturamts der Stadt Mannheim.


Mannheim, September 2021.

Foto: Sebastian Heck